Mittwoch, 18. März 2015

Goin' home

Goin' home, 'cause I've been away much too long

Goin' home, going back to the place where my heart belongs

Goin' home, going back where I left my family

Goin' home and I hope they're still waitin' there for me

 Goin' home - Toto

Während ich am Flughafen warte, bleibt mir Zeit für einen Post.

 In  den letzten Tagen habe ich öfter die Frage gehört, ob ich Wehmut empfinde, weil die Reise zu Ende geht. Ein wenig schon, aber das ist nicht das vorherrschende Gefühl. Tatsächlich ist es eine Mischung aus ganz verschiedenen Eindrücken.

Ich freue mich darauf meine Familie und Freunde wiederzusehen. Ich bin traurig, weil ich nette Menschen, die mir auf der Reise begegnet sind, so schnell nicht wiedersehen werde. Ich bin dankbar, dass meine Reise (bis hierher) so gut verlaufen ist und für die tollen Erlebnisse. Ich freue mich darüber einen Lebenstraum verwirklicht zu haben.  Ich bin gespannt auf die Aufgaben und Herausforderungen, die zu Hause auf mich warten... (keine Garantie auf Vollständigkeit)




















Montag, 9. März 2015

Hit The Road Jack

Hit the road Jack and don't cha come backNo more no more no more no moreHit the road Jack and don't cha come backNo more 
Ray Charles - Hit The Road Jack

Seit dem letzten Post habe ich (gefühlt) unzählige Kilometer in Überlandbussen auf teilweise von Schlaglöchern übersähten Strassen sowie 4 langwierige und immer wieder spannende Grenzübertritte hinter mich gebracht. 

Das war zwar ab und an etwas anstrengend, hat sich aber gelohnt, denn ich habe grossartige Orte gesehen, an die ich wahrscheinlich nicht mehr zurückkehren werde sowie immer wieder freundliche, hilfsbereite Menschen getroffen und wiedergetroffen - allen Statistiken und Horrorgeschichten über Zentralamerika zum Trotz.

Eine sehr positive Überraschung war Nicaragua. Obwohl es - nach Haiti - das zweitärmste Land der westlichen Hemisphäre ist, scheint man dort einiges für die Sicherheit (von Touristen) zu tun. Dafür nimmt man doch auch gerne in Kauf, dass man für 5 Dollar mal mit dem Taxi um den Block gefahren wird...

In Honduras warnte man mich mehrmals, ja gut aufzupassen. Das habe ich entweder getan, oder einfach Glück gehabt, denn auch hier ist alles gutgegangen. Und den Besuch der Ruinenstätte Copán hätte ich nicht missen wollen. Wenn auch die Gebäude nicht so hoch wie in Tikal sind, fand ich die ganzen Statuen und Ornamente sehr beeindruckend.

Antigua, die ehemalige Hauptstadt Guatemalas bzw. - noch unter den Spaniern - ganz Mittelamerikas, wurde mehrmals durch Naturkatastrophen und Menschenhand zerstört, hat sich aber immer wieder zurückgekämpft. Wahrscheinlich macht das das interessante Flair der Stadt aus.

Mittlerweile bin ich in Mexiko, also auf vertrautem Terrain (auch wenn man das hier wahrscheinlich nie sagen kann). In San Cristobal de las Casas war ich schon mal vor ein paar Jahren, aber ich hatte fast vergessen, wie schön die koloniale Stadt im Holand von Chiapas ist.

Der Rest meiner Reise wird mehr aus Besuchen bei Freunden als aus Sightseeing bestehen, worauf ich mich aber auch schon riesig freue. Am 18. März geht dann der Flieger zurück nach Deutschland.

Oh Lord, would you buy me...: nicht das ungewöhnlichste Fortbewegungsmittel in Grandada...

... denn z.B. "Mototaxis" gibt es dort zuhauf
Brunnen vor der Kathedrale in Granada
Wiedersehen mit Adelfa und ihrer Tochter in Honduras
Besuch der Maya-Ruinen in Copán
Arco de Santa Catalina in Antigua
nicht alles, was bei mehreren Erdbeben in Antigua zertört wurde, wurde auch wieder aufgebaut
Sonnenaufgang über Antigua (entstanden als ich über eine Stunde auf meinen Bus gewartet habe)
der Mythos lebt in Mexiko weiter: nicht der einzige Käfer in San Cristobal de las Casas

Mittwoch, 25. Februar 2015

Catch me if you can

Catch me, catch me, if you can.
I'll drive the Panamerican.
From Cape Horn to Mexico
leads the road that I will go.

Panamericana Song

Vor einer guten Woche habe ich Südamerika hinter mir gelassen und bin mit dem Flug nach Panama City geographisch in Nordamerika gelandet

In Panama habe ich mir natürlich den Kanal (genauer gesagt die Miraflores-Schleusen auf der Pazifikseite) angeschaut und war in der Kaffeeregion um Boquete, wo es tatsächlich ausgezeichneten Kaffee gab.

Nach einer Wanderung im Chirripó-Nationalpark, bin ich nun schon im Nordwesten Costa Ricas angekommen.

Von jetzt an muss ich mich etwas sputen, denn ich will schließlich bis Mexiko kommen. Der Rückflug geht am 18. März und ich habe noch einiges vor...

am Panamakanal


aufgepasst am Panamakanal

Kaffeebohnen in Boquete

Nationalpark Chirripo











Donnerstag, 12. Februar 2015

Higher

Although I would like our world to change
It helps me to appreciate
Those nights and those dreams
But, my friend, I'd sacrifice all those nights
If I could make the Earth and my dreams the same
The only difference is
To let love replace all our hate
So let's go there
Let's make our escape
Come on, let's go there
Let's ask can we stay? 
Can you take me higher?
To the place where blind men see
Can you take me higher?
To the place with golden streets
Creed - Higher

Nachdem ich auf dem Inca Trail und vor ein paar Tagen nochmal im Nationalpark Cajas im Sueden Ecuadors meine Hoehentauglichkeit und Kondition getestet hatte, fuehlte ich mich bereit, den Cotopaxi in Angriff zu nehmen. Bis zur Schutzhuette auf 4800m war ich vor ein paar Jahren schon mal gewesen. Dieses Mal sollte es der Gipfel sein, der trotz seiner 5897m relativ einfach zu erreichen sein sollte.

In Latacunga tat ich mich mit Vladimir aus Russland zusammen und heuerte einen Bergfuehrer an. Am ersten Tag fuhren wir mittags in den Nationalpark Cotopaxi, um uns zu aklimatisieren. Nach dem Abendessen hiess es um 19:00 "Schlafenszeit", denn um 23:00 sollte unsere Tour beginnen. Wir fuhren mit dem Pickup bis zum Parkplatz unterhalb der Schutzhuette (4500m). Kurz nach Mitternacht passierten wir die Schutzhuette, die momentan renoviert und daher nicht bewirtschaftet wird. Dann wurden die Steigeisen ausgepackt, denn ein Stueck oberhalb der Huette beginnen Schnee und Eis. Mit Stirnlampen bewaffnet und am Seil schicksalhaft miteinander verbunden, versuchten wir den Rhythmus unseres Guides zu imitieren.

Ab ca. 5500m wurde es ziemlich hart. Andere Gruppen ueberholten uns zwar, mussten sich aber auf dem Weg mehrmals uebergeben. Eine Gruppe musste umkehren. Wir bissen uns durch und kurz nach 6:00, genau richtig zum Sonnenaufgang, erreichten wir den Gipfel. Ein grossartiges Erlebnis, das die Bilder nur zum Teil widerspiegeln.

Den Abstieg bewaeltigten wir uebrigens in etwas mehr als zwei Stunden; teilweise auf dem Hintern sitzend und durch den Schnee rutschend oder mit dem Eispickel sichernd uebers Eisfeld.

auf dem Gipfel des Cotopaxi bei Sonnenaufgang, am linken Rand ist der Krater zu erkennen

Schnee und Eis auf dem Weg, im Hintergrund die Gipfel der Illizas

Freitag, 30. Januar 2015

We built this city

We built this city, we built this city on rock and roll

Starship - We Built This City

Wie sprichwörtlich in eine andere Stadt, führen auch viele Wege nach Machu Picchu. Neben dem ehemligen Handelsweg durchs Tal, einem militärischen Pfad als Abkürzung durch die Berge und dem heiligen Pfad, kann man heutzutage ganz bequem mit dem Zug von Cusco nach Aguas Calientes (auch: Machu Picchu Pueblo) fahren und dann den Bus die Serpentinen rauffahren.

Das habe ich natürlich nicht gemacht (wäre ja zu langweilig). Schon vor Wochen hatte ich mich für eine viertägige Wanderung auf dem (heiligen) Inca Trail angemeldet. Laut unserem Guide, welcher der entbehrungsreichen Tour mit Zelten bei strömendem Regen, ohne Duschen und Toiletten, die man lieber nicht aufsuchte, den entsprechenden spirutuellen Touch gab, erklärte uns, dass wir Auserwählte seien, weil nur 400 Personen (ikl. Guides und Trägern) täglich zugelassen werden.

Nachdem es unsere 14köpfige Gruppe über den "Pass der toten Frauen" (4200m) geschafft hatte und wir von unserem Guide noch in das ein oder andere Inca-Ritual eingeweiht worden waren, waren wir am vierten Tag - spätestens als wir vom "Sonnentor" aus Machu Picchu erblickten - bereit, selbst daran zu glauben, dass wir Auserwählte waren. Auf Bilder sieht die ehemalige Inca-Stadt ja schon beeindruckend aus. In Realität ist sie das noch viel mehr.

Aufstieg zum "Pass der toten Frauen"

auf dem "Pass der toten Frauen": ab hier geht es nur noch bergab (denkste)
erster Blick auf Machu Picchu am Morgen des vierten Tages
unsere Wandergruppe in Machu Picchu

Dienstag, 13. Januar 2015

I've been through the desert

I've been through the desert on a horse with no name
It felt good to be out of the rain
In the desert you can remember your name
'Cause there ain't no one for to give you no pain

America - A horse with no name
In den letzten Tagen habe ich mich auf zwei namenlosen Pferden (einem Fahrrad und einem Allradfahrzeug) durch die Atacama-Wüste geschlagen.
mit dem Fahrrad durchs "Mondtal" (Valle de la Luna)

Damian und John sind sehr unterhaltsame Begleiter

Dabei haben mich unter anderem John und Damian aus den USA begleitet, die ich in La Serena kennengelernt und in San Pedro wiedergetroffen habe. Die beiden sind wirklich sehr cool drauf. Beispiel gefällig? John (bereits pensioniert) hat eine Visitenkarte, die ihn als Präsidenten von "Having fun" auszeichnet (weil man bei dem Anbieter für kostenlose Kreditkarten eine Position und einen Firmennamen angeben muss).

Wer motorsportbegeistert ist, hat möglicherweise mitbekommen, dass die Rally Dakar gerade in Argentinien, Chile und Bolivien stattfindet. Am Montag kreuzten sich die Wege der Rally und meiner, als ich auf dem Salar de Uyuní ganz nah am Geschehen dran war und die Motorräder und Quads in ca. 30m Entfernung gesehen habe.

Spektakulärer als das fand ich allerdings die bizarre Landschaft, die ich in den fünf Tagen erleben konnte, die mich teilweise an die Gemälde von Salvador Dalí erinnert hat.

mit dem Landcruiser ist es nicht ganz so anstrengend wie mit dem Fahrrad

der "steinerne Baum" (Arbol de Piedra)

auf dem Salar de Uyuní

Mittwoch, 7. Januar 2015

Piano Man

Sing us a song you're the piano man
Sing us a song tonight
Well we're all in the mood for a melody
And you've got us feeling alright
Billy Joel - Piano Man

Mit der Busfahrt von Santiago nach La Serena bin ich nun tatsächlich auf der Panamericana unterwegs, die in Chile als "Ruta 5" daherkommt.

Auf dem Kunsthandwerksmarkt (La Recova) in La Serena habe ich gestern mein Panamericana-Piano gefunden. Es ist bunt bemalt und steht jedem zur Verfügung, der darauf spielen möchte. Natürlich konnte ich nach vier Wochen Abstinenz nicht widerstehen und habe ein paar Stücke darauf gespielt, was mir sogar etwas Applaus und ein nettes Gespräch mit einer Familie eingebracht hat.

Play Me, I'm Yours